Essen, NW – Kreuzeskirche

Berliner Mauer in Essen, D

Standort: vor der Kreuzeskirche

2 Segmente

 

Die Essener Kreuzeskirche ist, wie sie auf der Homepage beschrieben wird, ein Ort für Menschen und ein Ort für Außergewöhnliches. Das imposante Bauwerk wurde 2014 generalsaniert und hat sich danach geschickt der Moderne geöffnet. Die hier aufgestellten Mauersegmente sind nur eine von vielen Verbindungen dieses Ortes mit der deutsch-deutschen Geschichte:

Das Gebäude selbst wurde Ende des 19. Jahrhunderts von August Orth entworfen, der zuvor die Gethsemanekirche in Berlin Prenzlauer Berg erbaut hatte.
Der amtierende Pfarrer Steffen Hunder wurde in Sachsen geboren und ist im Rheinland aufgewachsen. In Erinnerung an die Montagsgebete und die Rolle der Kirche in der DDR holte er schon 1999 diese jetzt aufgestellten Segmente nach Essen und arrangierte zeitgleich eine Fotoausstellung mit Arbeiten von Heinz J. Kuzdas.
Kuszdas wiederum war nicht nur als Mauerkünstler auf einem der aufgestellten Segmente aktiv (das andere wurde unverkennbar von Thierry Noir bemalt), sondern besitzt darüber hinaus ein umfangreiches Fotoarchiv zur Berliner Mauerkunst aus den 1980er Jahren und hat dazu zwei Bildbände herausgegeben.
Während einer früheren New York Reise kam Steffen Hunder zudem mit den Arbeiten von James Rizzi in Kontakt. Die spontane Begeisterung mündete schließlich in zwei Kirchenfenstern, die erst im Sommer 2016 eingeweiht wurden. Die Entwürfe für diese Fenster stammen noch von Rizzi selbst. Darüber hinaus hat Rizzi kurz vor seinem Tod drei Mauersegmenten bemalt, die immer mal wieder an verschiedenen Orten auf- und ausgestellt werden.

Zu den jetzt aufgestellten Mauersegmenten schreibt Pfarrer Hunder:
Diese Mauersegmente habe ich 1999, zehn Jahre nach dem Mauerfall, dem Künstler Heinz Kuzdas abgekauft und nach Essen geholt und wir haben die Mauergraffiti, die Herr Kuzdas fotografiert hat, in der Kreuzeskirche ausgestellt und dazu einen Gottesdienst gefeiert mit Bischof Kruse aus Berlin. Die Mauersegmente standen für einige Monate vor der Kreuzeskirche, danach waren sie auf dem Bauhof der Baufirma Hochtief eingelagert, die die Mauersegmente aus Berlin nach Essen geholt hatte.  
Im September diesen Jahres konnten wir die Mauersegmente hinter der Kreuzeskirche aufstellen und ihnen damit einen würdigen Platz in Essen geben im Schatten unserer Kirche, die, wie die Gethsemanekirche in Berlin, von August Orth von 1894-1896 erbaut wurde.
Wir haben die beiden Mauersegmente bewusst aufgemacht, um damit zu symbolisieren, dass die Mauer 1989  durch die friedliche Revolution geöffnet wurde, wobei die Kirchen als Versammlungsorte für die Montagsgebete eine wichtige Rolle gespielt haben.

An der Einweihung der Mauersegmente im September 2017 nahmen neben anderen teil: Pfarrer Rainer Eppelmann, DDR-Bürgerrechtler, 1990 Minster für Abrüstung und Verteidigung der letzten DDR-Regierung, danach bis 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages, jetzt Vorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur; der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen sowie Thomas Rotter, Aufsichtsratsvorsitzender des Bauunternehmens Allbau GmbH.

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Foto oben und Hintergrund:
© Detlefs Notizblog

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